Smartwatches künftig mit Solarenergie – Trends im Überblick

Die Welt um uns herum wird von Tag zu Tag vernetzter. Während noch vor 10 Jahren ein Handy mit Internetanschluss eher zu den seltenen Geräten gehörte, bieten heute alle Smartphones die Möglichkeit, ins Internet zu gehen.

Darüber hinaus entstehen stetig neue Geräte, die von der Vernetzung profitieren. Die Rede ist dabei von sogenannten Wearables, die laut technik-profis.de immer vielfältiger und erfolgreicher werden. So geht beispielsweise die Marktforschungsgesellschaft IHS Technology davon aus, dass sich der Markt für Wearables wie Smartwatches, Fitnesstracker und Smartglasses bis zum Jahr 2019 von aktuell 4,5 auf 9 Milliarden Euro verdoppeln soll. Natürlich stellt sich dabei die Frage, wie die Geräte künftig mit Strom versorgt werden. Können die Wearables dabei eventuell sogar von Solarenergie profitieren? In diesem Artikel wollen wie die Möglichkeit etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Smartwatches

Können Smartwatches künftig ohne Stromaufladung funktionieren?

Damit Smartphones oder auch Wearables funktionieren können, benötigen sie verständlicherweise elektrische Energie. Da jedoch das regelmäßige Aufladen am Stromnetz gerade bei solchen Alltagsgegenständen sehr nervig erscheint, arbeiten die Hersteller an verschiedenen Ansätzen zur Behebung dieses Problems. Neben der Nutzung von Solarenergie gehen die einzelnen Anbieter jedoch unterschiedliche Wege:

  1. Kommt ein neuer „Super-Akku“ für Smartwatches?

Die erste Entwicklung in diesem Bereich dreht sich um leistungsstärkere Akkus. Laut eines Berichts auf welt.de will der Uhrenhersteller Swatch im Jahr 2016 einen Super-Akku präsentieren, mit dem eine smarte Uhr bis zu 6 Monate lang nicht aufgeladen werden muss. Darüber hinaus soll der Super-Akku eventuell auch für Elektroautos genutzt werden. Da bisher kaum Einzelheiten bekannt sind, dürfte sich die gesamte Technik-Welt auf das fertige Produkt freuen.

  1. Stromsparende Displays als Alternative?

Eine weitere Option stellen laut einem Artikel auf smartwatch.de vor allem stromsparende Displays dar. Demnach sollen Hersteller wie Pebbles auf diese Lösung bauen, die den Energieverbrauch der Uhren senkt und somit ein weiteres Ladeintervall ermöglicht. In dem Artikel wird allerdings auch darauf eingegangen, dass dies eventuell Nachteile in Bezug das Design nach sich ziehen könnte. Es bleibt also abzuwarten, ob hier mit der Zeit noch interessantere Lösungen ohne Ästhetik-Abstrich folgen werden.

Diese Lösungen scheinen beide interessante Ansätze zu verfolgen, wobei gerade der Super-Akku sicherlich in vielen Bereichen sehr spannend sein dürfte. Trotzdem erscheint der Ansatz der Nutzung von Solarenergie deutlich nachhaltiger, weil das Problem der Aufladung damit irgendwann komplett umgangen werden kann.

Solarenergie und Smartwatches – wie könnte das zusammenpassen?

Die Idee, die Akku-Laufzeit mobiler Endgeräte durch Sonnenergie zu erhöhen, ist gar nicht so neu. Es wird bereits seit langem an entsprechenden Ansätzen geforscht. Das Ergebnis sind Solarfolien, die auf das Display von Smartphones geklebt werden und somit einen Teil der Energie für das Smartphone aus der Sonneneinstrahlung beziehen. Aktuell ist es jedoch wohl noch nicht möglich, ein Smartphone komplett mit Strom zu versorgen. Die bisherigen Einsätze von Solarfolie haben jedoch dafür gesorgt, dass Smartphone-Akkus bis zu 20% der benötigten Energie über die Solarfolien beziehen könnte. Bei Wearables wie der Smartwatch ist diese Chance jedoch durchaus gegeben. Dies hat mehrere Gründe:

  • Eine Smartwatch verbraucht grundsätzlich weniger Energie als ein Smartphone
  • Das Display ist deutlich kleiner

Somit ist der Weg zu einer rein auf Solarenergie basierenden Smartwatch eventuell gar nicht mehr so weit. Ob entsprechende Features jedoch bereits in der nächsten Generation oder erst der übernächsten Generation verfügbar sind, bleibt noch abzuwarten.

Wie würden sich Solar-Smartphones auf die Energiebilanz auswirken?

Natürlich stellt sich bei Solarfolien für Smartphones die Frage, ob sich eine komplette Energiegewinnung aus Solarenergie auch nennenswert positiv auf die Energiebilanz in Deutschland auswirken könnte. Schließlich gilt der Klimawandel als große Gefahr für die Menschen und da kann jeder Schritt in Richtung Energieeinsparung nur positiv sein. Folgende Berechnung soll dies etwas genauer erläutern:

Nettoenergieverbrauch in Deutschland (2014):  511,5 Terrawattstunden

Wer sein Smartphone jeden Tag komplett auflädt, erzeugt damit einen Stromverbrauch von 3,9 Kilowattestunden oder 0,0000039 Terrawattstunden. Laut ComScore besaßen Mitte 2015 knapp 46 Millionen Menschen in Deutschland ein Smartphone. Das maximale Sparpotenzial berechnet sich also folgendermaßen:

3,9 x 46.000.0000 =  179,4 Millionen Kilowattstunden

Das sind ca. 0,1794 Terrawattstunden und damit eher eine geringe Einsparung. Der deutsche Nettostromverbrauch ließe sich demnach um 0,035% senken.

Somit dürfte klar sein, dass die Nutzung von Solarfolien für Smartphones und Smartwatches nicht aus Verbrauchsgründen interessant ist, sondern eher in den Bereich Komfort fällt. Trotzdem könnten Solarfolien in Smartphones und Smartwatches natürlich einen guten Testballon darstellen, um die Technologie später auch in Fensterscheiben zu integrieren und somit Energie für die eigene Wohnung (Heizung, Strom) zu schaffen.

Bild: Tim Reckmann  / pixelio.de

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